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WARUM Waltraud Goffitzer 2016

WARUM ist für Waltraud Goffitzer-Thalhammer eine zentrale Lebensfrage, die sie mit Hilfe ihrer Bilder zu ergründen sucht. Ihre Bilder sind daher anspruchsvoll, verlangen einen besonderen Platz, eignen sich nicht zur Behübschung, sondern fordern zur Auseinandersetzung auf. KUNST ist für Waltraud Goffitzer-Thalhammer eine Art von Weltbild, eine Reflexion des Daseins, nicht unbedingt politisch, aber auch.

WARUM  ist auch ein Gemälde, das dies eindrucksvoll veranschaulicht. Der Seelenvogel begibt sich auf Wanderschaft durch seine Existenz. Die goldene kalligrafische Codierung gibt den Weg vor. Es ist das Licht, das als persönliches Lebenskonzept in uns angelegt ist. Dies gilt es zu erkunden. Das Pendel bringt Bewegung in den Prozess, der kleine Vogel stellt die Frage WARUM und die Eule vermittelt und bringt Augenblicke der Weisheit ein.  Konkreter Anlass für diese Arbeit war für Waltraud Goffitzer-Thalhammer die aktuelle Situation der Flüchtlinge. Eine eindeutige Antwort ist hier nicht möglich – wie im Leben allgemein: man kann sich nur von Situation zu Situation vorwärts handeln, reflektieren, handeln, wieder reflektieren und daraus lernen, wieder handeln – so ist der Lebensprozess.

waltraud_goffitzer_wanderung_webIn der Serie DIE WANDERUNG treffen sich 2 Monaden / Seelenverwandte, erkennen sich wieder: durch einen Blick, durch einen Gedanken, flüchtig oder beständig. Durch diese Begegnung geschieht eine Verwandlung. Keiner ist mehr derselbe wie vorher. Dargestellt wird dieser Prozess in vier Bildern: Die Begegnung (Erde), die Verwandlung beginnt (Luft), die Verwandlung wird umschlossen (Luft), die Veränderung wirkt (Wasser).

In Serien arbeitet Waltraud Goffitzer-Thalhammer immer wieder. Meist angeregt von philosophischen oder mythischen Texten verarbeitet sie Skizzen von ihren Reisen zu Bildern der Erkenntnis. Z.B. eine Figur aus Griechenland, DEMETER, die Göttin der Fruchtbarkeit, einmal fruchtbar dargestellt, dann in der Dürre, da sie in die Unterwelt geht und auf der Erde alles welkt, und letztlich der Tod als Endpunkt. Das könnte auch unser Lebenszyklus sein. Wobei es für sie wichtig ist, nicht zu illustrieren, sondern Platz für eigene Interpretationen zu lassen; es könnte auch die Geschichte von Esther sein, oder das eigene Leben.

Waltraud Goffitzer-Thalhammer gestaltet derzeit mit ihrem Partner Sebastian Wagner, einem Fotografen, eine ehemalige Bankfiliale in Ebelsberg in Linz zu einem Atelier/Kunstraum um. Durch die große Glasfassade werden viele Bilder zu betrachten sein, geplant sind auch Tanzperformances, Lesungen und Themenausstellungen. Wir werden wohl immer wieder darüber berichten können.

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

Atelier: Traundorferstr.12, Ebelsberg, Linz
w.gofthal@gmx.at / 0732 665684

 

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