Schatten / Spuren / Schichten

Karl_Hackl_Haslach2016_webIn der Ausstellung „Schatten Spuren Schichten“ in der Galerie im Gwölb in Haslach zeigt  Karl Hackl  Landschaften und Schriftzeichen so weit reduziert, dass sie als abstrakte Spuren wieder neue Geltung erhalten. Es sind Spuren langjähriger Erfahrung, die oft aus den Schichten der Vergangenheit, ähnlich einer archäologischen Ausgrabung, entstehen.  Mit Vorliebe verwendet Karl Hackl „arme Materialien“: Fliese, Karton und als Farben auch: Wasser, Wein, Tee, Leinöl, … und nutzt dabei den Schatten als Stilelement.

In Anlehnung an literarische Anagramme, wo aus einem Zitat eines Schriftstellers mit der gleichen Buchstabenzahl ein neuer Satz gebildet wird, erstellt Karl Hackl bildnerische Anagramme. Frühere eigene Bilder werden dafür ins Gegenlicht versetzt, Stellen, wo Leinöl, Wein, Tee oder auch Wasser aufgebracht sind, werden so durchlässig. Es entstehen völlig neue Muster, die er ausschnittsweise abfotografiert. Neue Bilder mit Leuchtkraft entstehen, in gewisser Weise aus den Spuren des Originals.

Auf seinen Fliesarbeiten dominieren die schriftähnlichen Zeichen. Anregung dafür war die Betrachtung eine Buchseite als gesamtgrafisches Werk, das beim Lesen der einzelnen Worte wieder verschwunden war. Die Zeichen auf den Fliesen symbolisieren sozusagen ein Umkehrbild einer Buchseite. Auch Anlehnung an alte, heute kaum mehr lesbare Schriften findet man dort. Es sind Spuren der Vergangenheit, die ihre Schatten ins Heute werfen – neu interpretiert. Die Fliese lassen sich auch in Schichten übereinander fügen, wobei durch das durchsichtige Material immer wieder neue Bilder entstehen. Durch die Leichtigkeit des Materials entsteht beim kleinsten Luftzug Bewegung und Schatten vermehren die Vielfalt weiter.

Bemerkenswert sind auch die ausgestellten Objekte. Sie sehen aus wie Keramiken oder Steinarbeiten, hebt man sie hoch, sind sie überraschend leicht, da aus Verpackungskarton. Wie häufig bei seinen Arbeiten, lässt sich Karl Hackl dabei gerne vom Material selbst lenken und inspirieren. Motivisch ist ihm Konkretes zu platt und zu langweilig, durch Reduzierung der Welt auf abstrakte Spure will er sich überraschen und zu Neuem inspirieren lassen.

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

Karl_Hackl_GwoelbHaslach2016_01_webSCHATTEN / SPUREN / SCHICHTEN Karl Hackl
Galerie im Gwölb / Haslach / Marktplatz 15
bis 7. Mai 2016 / Fr 16 – 18 Uhr + Sa 10 – 12 Uhr
Einladung

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