REISE DURCHS LEBEN

Johann Lengauer, Der Hoffnung lauschen, eine Reise durchs Leben
Der Hoffnung lauschen / Johann Lengauer

Johann Lengauer führt uns in seiner Ausstellung „Der Hoffnung lauschen“ in der Galerie Zülow im OÖ Kulturquartier Ursulinenhof Linz auf eine Reise durchs Leben. Herausforderungen, Ablenkungen, Hoffnungen, Ängste, etc. werden in chronologischer Abfolge in Form von Objekten, an der Wand oder frei im Raum stehend, thematisiert. Jedem Objekt liegt ein Gedankengebäude zugrunde, teils aus eigener Erfahrung, teils von namhaften Persönlichkeiten inspiriert.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf den Endpunkt der Lebensreise, eine Art Flügelaltar, zwei Meter hoch, hell, weiß, rein: hofft geduldig auf ein Erblühen, hofft geduldig auf eine Erscheinen.

Die Ausstellung zeigt auf der einer Seite die Dunkelheit und Grobheit des Lebens, die Enge, die Möglichkeit der Bedrohung. Zentral sieht man sich mit dem Angstdämon konfrontiert. Man findet Materialien, die diese Situation symbolisieren: Nägel für Schicksalsschläge, Schleifpapier für den Schliff des Lebens, Verkohltes für das Vergehen, …  Inhaltlich sieht man sich mit immer Themen konfrontiert, die einem von einem gelungenen Lebensfluss fernhalten. Wegen Ablenkungen in Form von Party, Internet, …  bleibt Wesentliches liegen. Durch Groll und Aggressionen versprühen wir Gift. Kränkungen pflazen ich fort. Durch die Gier nach Anerkennung fühlen wir uns hochgehoben, um wieder abzustürzen, sobald die stützende Hand weg ist. Oberflächliche Lockungen lassen uns vom schöpferischen Lebensgang abdriften. Durch die Konfrontation mit diesen Hemmnissen, unseren Ängsten, den Bequemlichkeiten, den Gewohnheiten, durch das Erkennen der Fallen, Netze und Strukturen gelangen wir auf die helle Seite des Lebens und der Ausstellung. Die Lebensfreude blüht auf, die Hoffnung zieht ein. Dieser Prozess läuft natürlich zyklisch ab, ein Thron aus Holz und Stahl lädt zum Verweilen und zur Reflexion ein. Dann setzt sich die Reise durchs Leben fort.

Johann Lengauer begann mit Malerei und wollte dann die Figuren seiner Bilder in den Raum herausholen. Zuerst gestaltete er seine Raumobjekte aus Holz, da es warm, vertraut und durch die Maserung interessant war. Durch eine Einladung zum Stahlsymposium Riedersbach fand er den Zugang zum Stahl, dem Gegenteil zum Holz, da er hart, kalt war und viel Energie braucht. Bald jedoch wurde die harte Arbeit des Schweißens und Schmiedens der Gegenpol zu seinen Gedankengebäuden, erdeten ihn. Durch die scherenschnittartigen Stahlskulpturen, gefüllt mit Steinwolle, kam es zu seinen Feuerinszenierungen, mit denen er Inhalte in die Landschaft, an besondere Orte wie Hügelketten oder Seen, setzten konnte. Dabei ist ihm bei den Choreografien  wichtig, keine Events oder Spektakel zu veranstalten, sondern dem Zuschauer eine Reise in sein Inneres, ein insichgehen, ein Zuhören zu ermöglichen. Hat doch die freigesetzte Energie etwas Überwältigendes und im Verklingen des Feuers fast etwas Sakrales.

Text, Video und Fotos: Antonia Zimmermann

Eine Reise durchs Leben - Der Hoffnung lauschen von Johann Lengauer Zülow Gelerie 2017DER HOFFNUNG LAUSCHEN / Johann Lengauer
Galerie Zülow Gruppe Ursulinenhof Linz 1. St.
bis 3. März 2017 Mo – Fr 15 – 18.30 Uhr
www.zuelow.co.at
www.johann-lengauer.com

 

 

 

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