RAUMILLUSION

secret places kunstsammlung linz
Polaris / Katharina Anna Loidl

In der Ausstellung ‚Secret Places‘ spielen die beiden Künstlerinnen Katharina Anna Loidl und Caroline Cloutier mit den Möglichkeiten eines Raumes. Beide arbeiten sehr reduziert und bauen Raumillusionen auf, die zum genauen Betrachten herausfordern. Der Raum wird bei den Arbeiten mehrfach genutzt: einerseits entsteht in einer konzeptionellen Auseinandersetzung mit einem bestimmten Raum ein eigenständiges temporäres Kunstwerk, das dann andererseits in der Dokumentation als weiteres eigenständiges Kunstwerk in einem neuen Raum installiert wird.

Katharina Anna Loidl baut in ihrer Inszenierung ‚Polaris‘ aus einer Installation in realen Räumen eine Assoziation zu einem ganz anderen Raum auf. Unbehaglich wirkt die Inszenierung der grauen Räume mit den scharfkantigen Objekten. Man fühlt sich in ein Raumschiff versetzt und meint das Rauschen der Ventilatoren zu hören, die reduzierte Temperatur des Ausstellungsraumes verstärkt diese Illusion. Die scharfen Kanten erinnern nicht nur an Eiszapfen, sondern lassen an ein Hinausstechen in den Weltraum denken. Man fühlt sich in eine Science Fiction Szenerie versetzt. Katharina Loidl verwendet für ihre Arbeiten gerne alltägliche Materialien. Die  vermeintlich scharfen Spitzen sind aus weichem Papier, ein weiteres Spiel mit der Illusion, das in vielen ihrer Arbeiten zu finden ist. Papier ist ein wichtiges Medium für sie.  Die fotografierten Installationen werden auf Papierfahnen zu einer neuen Rauminstallation, die wiederum den neuen Raum erkundet und illusioniert. Bei ihrer Arbeit mit Räumen ist die Reduktion ein wichtiges Merkmal, inhaltlich wie auch bei den Materialien.

Caroline Cloutier Counter Spaces
Counter Spaces / Caroline Cloutier

Caroline Cloutier arbeitet in ihrer Installation ‚Counter Spaces‘ ebenfalls mit der Raumillusion. Ihr Schwerpunkt ist die Raumerweiterung. Alle Arten von Öffnungen, Türen, Fenster sind in fotografischer Form Ausgangs­punkt für eine Installation. Diese werden so arrangiert, dass der Eindruck der Raumtiefe entsteht, die es tatsächlich aber nicht gibt. Spiegel ergänzen die Illusion der Raumtiefe. Auch Caroline Cloutier arbeitet sehr reduziert mit einfachen Mitteln, jedoch als genaue Beobachterin und Erkunderin eines Raumes.  Auch bei ihr wird eine temporäre Arbeit in der Dokumentation zur Basis für eine weitere Arbeit, in einem ganz anderen Umfeld.

Hier haben sie zwei kongeniale Künstlerinnen gefunden, eher zufällig, durch einen Austauschprogramm zwischen Kanada und Österreich.

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

 

secret places / Katharina Loidl & Caroline CloutierSECRET PLACES / Katharina Anna Loidl & Caroline Cloutier
Die Kunstsammlung OÖ / Studiogalerie / Ursulinenhof Linz 2. Stock
bis 11. Februar 2017 / Di – Fr 14 – 18 Uhr + Sa 14 – 17 Uhr
www.diekunstsammlung.at
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