Meditative Serien

one-thing-in-common-Ruprecht_webAus der Filmbranche kommend, arbeitet Marie Ruprecht-Wimmer auch im Bildnerischen hauptsächlich in Serien. Angepasst an ihre Lebenssituation – sie ist Mutter kleiner Kinder – sind es meditative  Arbeiten, die sie zur Ruhe kommen lassen. Auch thematisch liegt der Focus auf dem meditativen Nachdenken über aktuelle Geschehnisse in ihrem Leben.  Zu sehen ist eine eindrucksvolle Auswahl ihrer Arbeiten in der Galerie im G’wölb in Haslach.

Bei ‚one thing in commen‘ verweist ein Block aus neun quadratischen Bildern auf die  Parabel ‚Zeigen auf den Mond‘ aus dem Buddhismus, mit dem Hinweis, nicht durch das Vordergründige das eigentlich Ziel zu übersehen. Neun Finger, von Personen unterschiedlicher Religion zeigen auf den gleichen Mond: lasse dich nicht vom Finger einfangen.

Eine weitere Serie von Fotografien bildet eine Horizontlinie eines immer gleichen Blicks aus dem Fenster auf das Meer, jedoch mit unterschiedlichen Stimmungen. Sie verweist auf die spektakulären Veränderungen des gleichen Blicks.

In der Serie ‚not distracted / unabgelenkt‘ nützt Marie Ruprecht-Wimmer ihre kurzen Mußezeiten, um sich selber wieder mit Kreativität in Balance zu bringen. Es sind reduzierte Formen, die miteinander harmonisch interagieren.

Eine fast filmische Szene baut sie in der Serie ‚Selbstporträt mit Kindern – oder zu müde zum Nachdenken‘ auf. Auf Leinen gestickt, extra für diese Serie erlernt, sieht man Szenen des Mutterseins. Sie fand, dass sich diese Technik wunderbar mit Kind am Schoß oder am Rücken ausführen lässt und außerdem Mütterlichkeit ausstrahlt.

Die Serie ‚walking, where there is no path‘ sind Miniaturen mit Bleistift und Acryl auf Leinwand.

Die Ausstellung zeigt anschaulich, wie kreativ Marie Ruprecht-Wimmer unterschiedliche Medien umständehalber einsetzt. Für jedes Projekt sucht sie das passende Medium aus und lernt die zugehörige Technik, auch wenn sie sie dann nie mehr wieder verwendet. Man spürt, wie sie mit ihren Arbeiten dem anfordernden Alltag entflieht und dabei zur Ruhe kommt und zu sich selbst zurückfindet. Man kann selbst meditativ in den Bildern versinken.

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

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Fotografie – Textil – Malerei – Zeichnung
Galerie im G’wölb / Haslach im Mühlkreis / Marktplatz 15
bis 18. Juni 2016 / Fr 16 – 18 Uhr + Sa 10 – 12 Uhr
www.marieruprecht.at
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