Kopf-Arbeiten

Peter Kuba / Kopf - Arbeiten / BRauhausgalerie FreistadtPeter Kuba setzt sich in seiner Ausstellung Kopf-Arbeiten in der Brauhausgalerie Freistadt mit der menschlichen Physiognomie auseinander. Über 160 Köpfe, davon die Hälfte grafisch zweidimensional und die andere Hälfte skulptural /dreidimensional, sind zu studieren.

Betritt man die Brauhausgalerie zur Ausstellung Kopf-Arbeiten, ist man gleich eindrucksvoll mit der großen Zahl von Terrakottaköpfen konfrontiert. Schon der Blick in den langen Saal, wo die Köpfe entlang der Wände aneinandergereiht stehen, ist ein ästhetisches Erlebnis. Die Präsentation der Köpfe auf den eisernen Stelen ist von den griechischen Hermen abgeleitet, wo Köpfe auf Pfeiler aufgesetzt wurden und ursprünglich als Wegmarkierungen dienten. Die meisten der Köpfe sind aus schwarzem Ton geformt, Peter Kuba verwendet jedoch auch andersfarbige und unterschiedlich feine Tone.

Wenn man dann zur genaueren Betrachtung der Köpfe übergeht, findet man eine erstaunliche Vielfalt an Physiognomien, Gesichtsausdruck und kulturelle Besonderheiten stechen hervor. Dabei will Peter Kuba keine bestimmte Person abbilden, sondern eher auf einen Typus hinweisen. Die Terrakotta-Köpfe sind handgeformt – mal gröber, mal feiner – und werden anschließend gebrannt. Die Größe der Köpfe geht von weniger als zehn Zentimeter bis hin zu lebensgroß. Es gibt auch einige Meter große Köpfe aus Gips und aus Beton, die wegen ihres in dieser Ausstellung nicht präsentiert werden konnten.

In den beiden straßenseitigen Ausstellungssälen zeigt Peter Kuba seine zweidimensionalen Bilder der Kopf-Arbeiten. Es sind Studien menschlicher Köpfe mit der Absicht, die maximale Distanz von der Realität zu erforschen, ohne dabei die Erkennbarkeit der Person zu verlieren. Der Betrachter soll nicht die abgebildete Person beurteilen, sondern die Arbeit an sich. Die Zeichnungen sind eigentlich Portraitstudien, auf den meisten der ausgestellten Blätter befinden sich mehrere charakteristische Ansichten derselben Person. Neben den Zeichnungen gibt es auch Hochdrucke, teilweise koloriert, zu sehen und eine ‚Ahnengalerie‘ mit kleinen Köpfen, unterschiedlich in Flohmarkt-Rähmchen präsentiert.

Es ist eine eindrucksvolle Ausstellung, die ihre besondere Atmosphäre der gelungenen Symbiose von Werken, Lichtsetzung und Galerieräumen verdankt.

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

ZIM- 20160114-192340
KOPF-ARBEITEN / Peter Kuba
Brauhausgalerie Freistadt
bis 31. Jänner 2016
Sa So Fei 13 – 18 Uhr

 

Übrigens: 10% des Reinerlöses gehen an die Organisation ‚Flüchtlinge – Willkommen in Freistadt‘

 

 

 

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