KLANGRAUM

Klangraum - TonabbildungEin Radio ist ein Klangraum, der eine Vielzahl von Wirklichkeiten hervorbringen kann.  Jeder Hörer baut sich seine eigene Vorstellung vom Gehörten auf. Auch der Ort, an dem er sich gerade aufhält, trägt zur Wahrnehmung bei. So entsteht aus ein und derselben ausgestrahlten Sendung eine Vielzahl von Wahrnehmungen, die in dieser Form eben nur das Radio leisten kann. In der KUNSTNOTIZEN – Radiosendung haben wir darüber mit Harald Freudenthaler, dem Geschäftsführer und Programmkoordinator des Freien Radio Freistadt (www.frf.at ) gesprochen.

Es gibt immer wieder Projekte, die diese Möglichkeiten nutzen. Harald Freudenthaler selbst hat ein künstlerisches Projekt mitgestaltet, bei dem Verkehrsrauschen in Wellenrauschen umgewandelt wurde und zum Rathaus in Leonding gesendet, von Passanten in bequemen Liegestühlen sitzend, konsumiert werden konnte. Ein umgewandelter Klangraum, vom störenden Geräusch zum entspannten Genuss.

Das Freie Radio Freistadt entstand aus einem Kunst-/Kulturprojekt im Rahmen des Festivals der Regionen 2001, das in Freistadt stattfand. Offensichtlich hat es Anklang gefunden, denn seit 2005 sendet es auf 3 verschiedenen Frequenzen, sein Programm rund um die Uhr. FRF ist ein Regionaler Kultursender, um Wissen zu teilen und eine musikalische Vielfalt besonders aus Österreich zu ermöglichen. Es ist Teil des Verbundes der Freien Radios Österreich, finanziert sich aus öffentlichen Mitteln und steht allen Menschen, Vereinen, Gruppierungen der Region zur freien Verfügung. Einzige Bedingung ist es, einen ethischen Codex zu befolgen. Politische Parteien und Religionsgemeinschaften als Institutionen sind ausgeschlossen, freie und durchaus auch kontroverse Meinungsäußerung jedoch erwünscht. Dass das Freie Radio Freistadt in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und von ihr auch angenommen wird, symbolisiert auch der Standort des Studios, in der Pfarrgasse, der Hauptstraße von Freistadt. Als Straßenlokal ist es von außen durch große Fenster und Glastüren einsichtig, eine rote ‚on air‘ – Schrift zeigt eine life-Sendung an, bei der auch der Ton auf die Straße übertragen werden kann.

Noch wird analog gesendet, wie bei allen Radios in Österreich auch. Doch die bereits vergebenen Frequenzen sind bereits so dicht, dass ein gegenseitiges Stören bald nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Und Radio ist wieder im Kommen. Daher wird der Umstieg auf digitale Übertragung bald nötig sein. Da dies mit Kosten für die Sender und auch für die Konsumenten verbunden ist, scheut man die Umstellung noch.

Alle Sendungen der Freien Radios können life entweder über UKW empfangen, oder über Internet gestreamt werden, und anschließend jederzeit aus dem Archiv/Radiothek nachgehört werden.

Jeder kann eine Sendung gestalten, als eigene Serie, wie die KUNSTNOTIZEN – Sendung immer am vierten Montag des Monats um 15 Uhr, mit Wiederholungen am darauffolgenden Mittwoch um 11 Uhr und am Samstag um 17 Uhr. Will man nur eine einzelne Sendung gestalten, gibt es einen offenen KLANGRAUM, in dem man sich ausprobieren kann. Schulungen werden ebenfalls angeboten, wie auch technische Unterstützung  während der Sendung.

Radio macht richtig Spaß, weil man selbst gestalten kann. Und wenn man während der Sendung das Schaltpult bedient, die Lampe an- und ausgehen sieht, die Menschen von der Straße einem zunicken oder zuwinken, man über die Inhalte, die man gebracht hat, angesprochen wird und man das Gefühl hat einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, dann fühlt man, dass Radiomachen eine tiefe Befriedigung gibt.

Es wäre aus KUNSTNOTIZEN –  Sicht wünschenswert, wenn auch Künstler diesen KLANGRAUM für Experimente nutzen würden, und damit in die Gesellschaft hineinwirken könnten. Wir haben in den letzten zwei Jahren, seit wir die KUNSTNOTIZEN machen, gesehen, dass Künstler sehr viel zu sagen haben, durch die Interviews wissen wir, dass dies nicht nur für die bildnerischen Ebene gilt. Alle Informationen findet ihr auf www.frf.at – bitte nachschauen und in ein neues Abenteuer starten.

Text und Grafik: Antonia Zimmermann

Die Sendung zum Nachhören: https://cba.fro.at/337395

 

 

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