INNOVATIVE KUNST ?

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AEC radical atoms 2016

Kunsthistorisch wissen wir viel über Erneuerer in der Kunst, wie z. B. derzeit die Albertina in Wien den Pointillismus als Wegbereiter der Moderne präsentiert. Was mich zur Frage führt, wo wohl die Neuerer der zukünftigen Kunst zu finden wären. Der Logik folgend müssten sie ja bereits präsent sein. Wie alle Erneuerer in der Vergangenheit zuerst auch nicht erkannt wurden, oft auch lächerlich gemacht wurden, sehen wir wahrscheinlich auch die gegenwärtigen Erneuerer nicht. Hier eine Spurensuche nach innovativer Kunst.

Innovative Kunst müsste sich beim Ars Electronica Festival „Radical Atoms“ finden lassen. Hier dominiert die Technik: Roboter malen, schnitzen, fotografieren, erschaffen Skulpturen, erobern den Raum – das Ergebnis lässt sich durchaus als Kunst bezeichnen. Die Frage ist nur, reicht es zur Erneuerung der Kunst, den Menschen durch eine Maschine zu ersetzen, um von neuer Kunst sprechen zu können? Auf jeden Fall öffnen diese neuen Technologien Türen zu neuen Räumen, die Kunst immer wieder zur Erneuerung braucht.

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AEC deep space 2016

Vielleicht ist das Projekt ‚ASSISIbf‘ eher als Neuerung geeignet: hier werden Bienen und Fische künstlich so manipuliert, dass sie kommunizieren und sich austauschen können. Oder das Projekt, bei dem die Daten ausgedienter Festplatten bearbeitet werden und so quasi Bilder auf Bildschirmen ‚gemalt‘ werden. Im Deep Space sieht man sich bewegende Kunst in 3D oder sich durch Musik verändernd.

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AEC radical atoms 2016

Sicherlich innovativ ist das Projekt ‚Spaxels‘, das mit Hilfe von Drohnen Lichtpunkte in den Raum projiziert und so Skulpturen aus Pixelpunkten (man erinnere sich an dieser Stelle an den Pointillismus) in den Himmel ‚malt‘. Viele der gezeigten Projekte basieren auf neuen Technologien, die sicherlich auch der Kunst neue Räume eröffnen.

Auch außerhalb des AEC findet sich Innovatives. In der Unterhaltungsindustrie  z.B.  sind Lichtinstallationen mit Laserstrahlen häufig zu sehen. Berichtet haben wir in den KUNSTNOTIZEN bereits über die raumgreifenden Lentikularbilder des Markus Riebe (www.kunstnotizen.at/kunst-in-3d); über den Grafikgenerator von Johann Moser  (www.kunstnotizen.at/analog-digital/ ‎); über die gegenwärtige Videokunst, die als Zusatz noch Bewegung und Geräusche einbeziehen muss (www.kunstnotizen.at/danube-videoart-festival); über die Pixelbilder von Burkhard Zimmermann (www.kunstnotizen.at/xpressives-2/); über die rätselhaften Räume des Hermann Fuchs(www.antoniazimmermann.at/hermann-fuchs ); über meine eigenen Versuche, aus Fotografien die Bedeutung und Gegenständlichkeit zu entfernen und eigenständige digitale Bilder zu erzeugen (www.antoniazimmermann.at/art-digital)

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Max Hattler Videostill

Weltweit erscheinen immer mehr Kunstwerke mit dem Potential, neue Räume für die Kunstszene zu erschließen; welche sich letztlich als wegweisend herauskristallisieren werden, wird die Zukunft zeigen.

 

 

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

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