IM KONTRAST

Antonia-Riederer_Valerie-Habsburg-Lothringen Transfomation in Fabe ein KonstrastGegenständliches wird einerseits von Valerie Habsburg-Lothringen und andererseits von Antonia Riederer unterschiedlich interpretiert. Die eine gibt alten Steckdosen auf vergilbten Wänden eine neue Bedeutung; ihre  Fotografien sind in zartem Pastell gehalten. Im Kontrast dazu springen die gemalten Bilder von Antonia Riederer in kräftigen Farben dem Betrachter förmlich entgegen. Diese gelungene Mischung ist derzeit in der Ausstellung ‚Transformation in Farbe‘ im Linz AG – Kunstforum zu sehen.

Das derzeit vorrangige Thema von Antonia Riederer ist die Farbe und als das verbindende Element die KonAntonia-Riederer_Transformation-in-Farbe_im-Kontrasttur. Die ergibt einen starken grafischen Eindruck. Es ist die Freude an der Farbe, die sie leitet und die man als Betrachter spürt. Dabei sieht sie es als Herausforderung, die Farben sorein wie möglich zu setzen, stark farbig,  aber ruhig in sich. Mit Hilfe der Farbe ordnet und sortiert sie ihre Wahrnehmung, filtert das Wesentliche heraus und versucht mit einer farbigen Umsetzung zu einer klaren Bildaussage zu kommen. So transformiert sie Gesehenes in Farbe, was auch den Titel der Ausstellung bedingt. Antonia Riederer sieht sich mit ihren derzeitigen Arbeiten in der Tradition der klassischen Malerei, mit Stillleben, Porträts und menschlichen Figuren. Ihre Motive orientieren sich an der Wirklichkeit, sind allerdings letztlich erdacht, aus dem Gedächtnis gemalt ohne konkreten Bezug. Einzelne  Arbeiten beschäftigen sie oft über Monate. Während dieser Zeit versucht sie die Möglichkeiten der Farben auszureizen. Der Wirkung der ausgestellten Bilder kann man sich kaum entziehen.

Im Kontrast dazu fordern die FoValerie-Habsburg-Lothringen_Stecker-und-Schalter_im-Kontrasttografien von Valerie Habsburg-Lothringen, die in pastelligen Tönen gehalten sind, zur inhaltlichen Auseinandersetzung auf. Transformation findet auch hier statt, sowohl zeitlich als auch inhaltlich. Ein Gegenstände, hier Stechdosen und Lichtschalter, werden dem Alltag entrissen und zu etwas Besonderem veredelt. Es sind Zeichen einer vergangenen Zeit, die in ihrem Verfall eine eigene Ästhetik entwickelt haben. Die Fotografien wirken wie Gemälde, der Zeit enthoben gelangen sie zu neuer Bedeutung. Die Steckdosen und Lichtschalter werden von der Wand durch die Abbildung in neuem Kontext wieder an die Wand transformiert und so dem Vergessen entrissen. Etwas normalerweise Verstecktes wird hier vor den Vorhang geholt, sichtbar gemacht, der Banalität enthoben und in etwas Würdevolles umgewandelt. Gleichzeitig zeigt diese Serie, wie vielfältig Mauerwerk sein kann, wie ästhetisch das Vergilben der Farben sein kann, wie in früheren Zeiten die Wände mit unterschiedlichen Mustern, durch Walzen oder Schablonen aufgetragen, waren und wie bunt sie einmal waren. Ein wunderbares Zeitdokument. Gleiches gilt für die abgebildeten Stecker und Schalter, manche noch aus Porzellan, mit Aufputz- oder Unterputzleitungen versehen, oder mit heraus hängenden Kabeln, die wie grafische Linien wirken. Dies erzeugt eine ganz eigene Stimmung. Eine weitere Serie beschäftigt sich mit dem Kontrast von alten Schwarz-Weiß Originalfotografien zu neueren Farbbildern. Auch hier geht es um Transformation, zeitlich und inhaltlich. Jedes Bild erzählt durch die aufgezeigten Gegensätze eine Geschichte, deren Bedeutung der Betrachter für sich selbst definieren kann. Auch hier werden alte Bilder und Situationen dem Vergessen entrissen, mit Würde versehen, ästhetisch aufgewertet und mit neuer Bedeutung vor dem Verschwinden bewahrt.

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

TRANSFORMATION IN FARBE                                                                              
Antonia Riederer & Valerie Habsburg-Lothringen
Malerei & Fotografie
Linz AG Kunstforum / Bauteil A / Wiener Strasse 151
bis 24. März 2017
www.antonia-riederer.at
www.valerieha.com

 

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