FOTOS FÜR DIE NACHWELT

FOTOS FÜR DIE NACHWELT 
Ein Workshop mit Sepp Puchner
Fotos für die Nachwelt Sepp Puchner

Wir leben in einer bilderdurchfluteten Zeit. Selbst   mit Smartphones werden täglich unzählige Fotographien gemacht und verteilt. Es ist vorauszusehen, dass sich die verwendeten Technologien wieder ändern werden. Dann stellt sich die Frage: sind die Fotos für die Nachwelt zu erhalten? Als leidenschaftlicher Fotograf und langjähriger Leiter der Prager Fotoschule Österreich hat sich Sepp Puchner dieser Thematik verschrieben. Seine jahrzentelange Erfahrung mit allen Aspekten der Fotografie hat er durch intensive Weiterbildung auf dem Gebiet der Konservierung von Bildern  ergänzt. Es ist ihm ein Anliegen, einer drohenden bilderlosen  Vergangenheit entgegenzuwirken. In Workshops gibt er sein Wissen großzügig weiter, und unterstützt zahlreiche Fotografen und Künstler, ihre Arbeiten museumsreif und nachhaltig als „ Fotos für die Nachwelt “ aufzubereiten.

Zahlreiche Kriterien sind dabei zu beachten:

Schon der Druck entscheidet über die Haltbarkeit:  konventionelle Massendrucke verblassen bereits nach einigen Jahren und das Papier beginnt sich durch Feuchtigkeit zu verformen und wird  spröde. Mit hochwertigem Papier und hochwertiger Pigmenttinte kann man die Haltbarkeit auf weit über 100 Jahre ausdehnen.

Für eine museumreife Aufbereitung braucht es:

Fotos für die Nachwelt Sepp Puchner Klapp-PassepartoutEin Passepartout (natürlich aus säurefreiem Karton) hält das Bild auf Distanz zum Glas der Rahmung. Passepartout-Karton aus Holz hält bis zu 150 Jahre und aus Baumwolle quasi ewig. Also das Material entscheidet. Ein Klapp-Passepartout bietet optimalen Schutz. Das Bild wird auf der Rückwand nur oben mit einem säurefreien Nassklebeband befestigt. An der Innenseite wird dann, ebenfalls mit Nassklebeband das Passepartout befestigt.  Stilistisch wird das Passepartout an das Bild angepasst. Es gibt unter Anderem englische Passepartouts (mit zusätzlicher Prägung), französische Passepartouts (mit zusätzlichen Linien am Karton), Jugendstil Passepartouts (mit Samt bezogen) und Schrägschnitt- Passepartouts.

Erst mit der Signatur bekommt das Bild seinen Wert. Auch hier entscheidet das verwendete Material über die Nachhaltigkeit: Bleistift, Tinte, Pigmentstift, Blind- oder Folienprägung stehen hier zur Wahl. Weitere Bezeichnungen sind das Jahr der Produktion, die Seriennummer (für Museen max. 5 + 1 für Eigenbedarf), evt. ein Titel, die Papier – und Druckqualität. Evt. erst bei Verkauf signieren.

Fotos für die Nachwelt Sepp Puchner RahmungAuch die Rahmung ist ein wesentlicher Faktor für die Nachhaltigkeit. Richtig gemacht, hält sie das Bild staubfrei und schützt vor Feuchtigkeit. Aufkaschierte Bilder sind günstiger, eignen sich zur kurzfristigen Präsentation. Die Haltedauer ist ca. 40 Jahre, Aludibond fängt dann an zu oxidieren. Daher nehmen Museen keine aufkaschierten Bilder an. Rahmen können aus Holz oder Aluminium sein. Wird kein Passepartout verwendet, sollen Distanzhalter zum Rahmen verwendet werden. Das können dünne Kartonstreifen (3-4 mm, natürlich säurefrei) sein. Liegt nämlich das Bild direkt am Glas auf, verliert es mit der Zeit seine Farben und wird matt. Als Glas kann man normales Fensterglas nehmen (es ist günstig, aber ist schwer), in öffentlichen Räumen muss Plexiglas verwenden werden (etwas teurer, leicht, gibt es auch mit UV Schutz), Museumsglas bietet den besten Schutz, besonders für Aquarelle und Farbfotografie (ist teuer und schwer). Die Rückplatte, das Schlussblatt der Rahmung, sollte wasserabweisend sein; Mauern sind oft feucht, durch wechselnde Temperaturen kann sich leicht Kondenswasser bilden. Handelsübliche Rückwandkartons nehmenmeist keine Feuchtigkeit auf. Man kann auch säurefreien Karton verwenden. Bei der Rahmung ist darauf zu achten, staubfrei zu arbeiten, das Glas gründlich mit Spiritus zu reinigen, dann auf der Rückseite mit säurefreiem Klebeband verschließen.

Auf der Rückseite am Rahmen soll eine Bildlegende angebracht sein, inkl. eines kleinen Bildes, mit möglichst vielen Informationen über das Bild: Titel; Seriennummer; Produzent + Webseite; Details zur Produktion: Kamera, digitale Bearbeitung, Details zum Druck: Drucker, Papier, Druckfarben; Größe; Datum; …

Galerien verlangen meist eine 1- Nagelaufhängung. Die lässt sich am einfachsten als Drahtaufhängung realisieren. Zusätzlich sind Mauerschoner zu empfehlen, da sie helfen, Spiegelung zu verringern. Außerdem kann man so noch die Bildbeschriftung seitlich anbringen (quasi als Flügel).

Fotos für die Nachwelt Sepp Puchner Konservatorische MassnahmenAls Konservatorische Maßnahme kann man das Bild im Klapppassepartout hinter Glas mit einem Weizenklebeband staubdicht verkleben. Nach 20-30 Jahren sollte die Verpackung erneuert werden. Werden Bilder in Kunststoffhüllen aufbewahrt, sollten diese ebenso säurefrei sein und keinesfalls verschlossen werden, damit eventuelle Feuchtigkeit entweichen kann.

Das war ein Streifzug durch die Erfahrungen von Sepp Puchner zum Thema „ Fotos für die Nachwelt “. Wesentlich mehr dazu gibt er in seinen Tageskursen „Einrahmung in Museumsqualität“ für Kleingruppen einschließlich praktischer Arbeit weiter. Bezugsquellen für Materialien, Termine für Workshops und vieles mehr findet man auf seiner Webseite: http://fotografiezentrum.at

Text: Antonia Zimmermann Fotos: Burkhard Zimmermann

 

FOTOGRAFIE ZENTRUM WEINBERG
Fine Art Print & Präsentation
Sepp Puchner
Schloss Weinberg / Kefermarkt
Ateliereröffnung Hungerturm
 
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