FALTUNGEN FRAGEN ÄPFEL

Andrea Froehlich / Faltungen Fragen ÄpfelAndrea Fröhlich stellt sich in ihrem Projekt FALTUNGEN  FRAGEN  ÄPFEL einer Erkundung des Verhältnisses von Gedankenwelt und (allgemein benannter) Wirklichkeit. In Bildern und Texten, vorwiegend collagiert, mit Monotypien ergänzt, handelt sie in unterschiedlichen Serien diese drei Aspekte ab, teils ernsthaft, teil humorvoll, in ihrer ganz eigenen Symbolik.

                      

Andrea Froehlich / Faltungen Fragen ÄpfelEine Serie zu FRAGEN gestaltet Andrea Fröhlich symbolisch mit linienhaften Figuren, die instabil am Rande einer Kante balancieren; ständiges Infrage stellen, ständiges entscheiden müssen, immer leicht am Kippen. Eine ewige Herausforderung, solange wir leben. Es ist die Auseinandersetzung mit dem geistigen Aspekt des Lebens. Verhandelbar und ungewiss.

Zu FRAGEN zählt auch eine Triptychon-Collage. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wozu Kunst gut sein soll. Nach einem Lied von Christoph & Lollo findet man die Fragen: kann man Kunst essen, trinken, braucht man sie, ist sie preiswert,  löst sie Probleme, … humorvoll und gleichsam nachdenklich abgehandelt. Es ist auch eine Auseinandersetzung mit dem Kunstmarkt: Wer entscheidet, was Kunst ist? Vieles bleibt im Verborgenen, weil es niemand rezensiert hat. Eher als Rätsel angelegt, durch die bildhaften Zitate aus der Kunstgeschichte.

Andrea Froehlich / Faltungen Fragen Äpfel_Haslach 2017-02-4ÄPFEL repräsentiert den Aspekt des Materiellen, des Handfesten, des Faktischen. Er ist nicht verhandelbar; ein Apfel ist ein Apfel ist ein Apfel,…

Die Collagen dieser Serie basieren auf Texten des österreichischen Essayisten Franz Josef Czernin zum Gedankengut des 18. Jahrhunderts, anhand der Schriften des Philosophen Emanuel Schwedenborg. In fiktiver dialogischer Form wird hinterfragt, was ist real und was ist nicht real: ‚Warum sollen deine Äpfel echter sein, als meine Himmel & Höllen im Kopf. ‘ Gleiches gilt auch für die Kunst: muss sie real sein oder gilt sie nur auf einer Metaebene?

FALTUNGEN ist nun die Verbindung der beiden. Wie ein Blatt Papier, das man zusammenfaltet, Texte z.B. in einen neuen Kontext bringt, so wird etwas, das sich ähnlich ist, aber auf zwei unterschiedlichen Ebenen liegt, zusammengeführt. Indem man es faltet, fügt man beide Aspekte zusammen, Neues kann entstehen, Entfaltung ist möglich. Die Gedankenwelt verbindet sich mit der materiellen Welt.

Andrea Fröhlich hat eine eigene Symbolsprache in ihren Collagen entwickelt. Augen schauen den Betrachter an. Man wird angeschaut, das Bild hängt nicht einfach passiv herum. Eine Begegnung auf Augenhöhe, eine Aufforderung zum Zurückschauen. Sprechblasen fordern zum Dialog heraus, Hände sollen berühren. In dieser Form stehen die Bilder für etwas, manches ist offensichtlich, anderes erschließt sich durch Vorwissen, ist metaphorisch. Manuelles Arbeiten ist ihr wichtig, schnippseln, kleben, malen, zeichnen, collagieren,… Material findet sie in alten Büchern, Kalendern, Zeitschriften, manches produziert sie selber. Die Quellen dokumentiert sie auf der Rückseite ihrer Arbeiten.

Andrea Fröhlich gelingt der Spagat zwischen starker inhaltlicher Aussage und, durch die oft monotipystisch erstellten Hintergründe, einer durchaus dekorativen Ästhetik. Sie hat etwas zu sagen und sagt es auch deutlich.

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

Atelier: Gunnersdorf 5, 4240 Freistadt 
andrea@froehlichland.at           
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