ERDEN | ORTE

Strichcode Mensch / Christine Bauer / Erden auf Leinwand
Strichcode Mensch / Christine Bauer / Erden auf Leinwand

Die international tätige, freischaffende Künstlerin Christine Bauer sammelt Erden von den unterschiedlichsten Orten unserer Erde. Mit diesen Erden gestaltet sie nicht nur ihre vielschichtigen Arbeiten, sondern verarbeitet auch die Eindrücke der Fundorte. Als Trägermaterial benutzt sie Leinwände, Textilien aller Art, aber auch Holz und Metall.

Von ihren Reisen nimmt Christine Bauer neben Eindrücken auch Kübel von Erden mit. Sieht man diese in ihrem Atelier nebeneinander stehen, staunt man über die Vielfalt der Farben – von schwarz, über braun, rot, gelb bis hin zu weiß finden sich viele Tönungen. Die Erden werden grob verarbeitet und erinnern so an das Stück Boden, aus dem es stammt. Der 3-dimensionale Effekt ist ein wesentlicher Aspekt ihrer Arbeiten. So wie die Erden aus dem Boden kamen, sind sie auch weiterhin sichtbar.

Christine Bauers großes Thema ist ERDORT. Die Vielfarbigkeit der Erden spiegelt dabei für sie auch die Vielfalt der Menschen wider. Dabei steht für sie die Entwurzelung, das zwanghafte Umsiedeln im Vordergrund und damit einhergehend die Vermischung von Kulturen, Menschen sind nirgendwo mehr zu Hause.  Darin sieht sie auch eine Chance, statt sich einzubunkern die eigenen Positionen und Sichtweisen zu erweitern. Erden darf man, kann man oft nicht ohne bürokratischen Aufwand einfach von einem Land ins andere mitnehmen, wie bei den Menschen auch. Themen dieser Arbeiten sind u.a. Erdort beschützt – Der Vorhang ist gefallen – Welche Farbe hat das Herz?Provence –  …

Bei den Arbeiten Strichcode wird der Name durch die Strichbreite und den Abstand der Striche gebildet, Mensch hat 24 Striche, Mama 22 Striche mit jeweils 3 verschiedenen Strichbreiten und Strichabständen. Die Farbgebung soll wiederum die Vielfalt ausdrücken und ästhetisch ausgewogen sein.

Christine_Bauer_AngerlehnerMuseum_02_webChristine Bauer ist eine vielseitige Künstlerin: zahlreiche Projekte zu Kunst am Bau und Kunst im Öffentlichen Raum, viele Ausstellungen im In-/Ausland (u.a. aktuell bei der Architekturbiennale in Venedig) und Symposien zeugen von Vielfalt und Qualität. Aktuell ist die Schlussausstellung eines von ihr mitorganisierten Symposiums mit 13 internationalen Künstlern im Museum Angerlehner zu sehen. Ihre eigene Arbeit ‚Zerstörtes Haus‘ ist aus dem Schwemmsand der Traun gestaltet.

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Atelier Alois & Christine Bauer
Maria Theresien Straße 41

 

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

 

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