EMANUEL EHGARTNER

THE ROOM WAS A SHAMBLES
Emanuel Ehgartner
 
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Vernissage: Fr 2. Februar 2018 um 19:30 Uhr
S.I.X. Wohnzimmergalerie
 
Emanuel Ehgartner bedient sich in seiner künstlerischen Praxis der alltäglichen Formenwelt des urbanen Raums. Wenn er die Stadt durchquert – auf dem Weg von A nach B –, bleibt sein Blick manchmal an Objekten hängen, die ohne spezifischen Grund sein Interesse wecken. Zumeist entstammen diese architektonischen oder industriellen, technischen Zusammenhängen, er findet sie auf stillgelegten Baustellen oder als verlassene Gegenstände neben der Straße. Was nicht niet- und nagelfest ist, bringt er in sein Atelier.

Dort untersucht er diese Dinge des alltäglichen Gebrauchs auf ihre skulpturalen Eigenschaften und beginnt sie in minimalen Eingriffen zu bearbeiten. Er nimmt etwas weg oder fügt etwas hinzu. Was er nicht mitnehmen kann, baut er selbst nach. Durch Isolierung von konstruktiv zentralen Elementen abstrahiert er die Objekte von der Selbstverständlichkeit ihrer alltäglichen Wahrnehmung in der Lebenswelt, der sie entnommen sind. So überführt der Künstler Dinge von ihrem funktional bestimmten Kontext in jenen der rein ästhetischen Anschauung. In diesem Abstraktionsprozess spielt Farbe für Ehgartner eine zentrale Rolle. Durch den Auftrag von subjektiv als „couleurs trouvés“ ausgewählten Farben kleidet er die Objekte neu ein. Einerseits eignet er sich dadurch die Readymades in einer subjektiven künstlerischen Setzung an, andererseits unterstützt er damit deren Qualität als Gegenstände ästhetischer Betrachtung. Aufgrund der Subtilität von Ehgartners Eingriffen bleibt der Bezug auf den ursprünglichen Kontext der Gebrauchsgegenstände jedoch immer gewahrt. Die Arbeiten schweben gleichsam in der Spannung zwischen den Polen konkretes Alltagsobjekt und abstrahiert-minimalistisches Kunstwerk. In der Anschauung zieht es sie einmal in diese, einmal in jene Richtung. Dabei spielt für ihn eine Idee von Authentizität keine Rolle: ob die Gegenstände tatsächliche Readymades oder Nachbauten sind; ob er die Farben so vorfand, oder im Nachhinein hinzufügte, ist unwesentlich. In dieser konzeptuellen Gleichwertigkeit und Durchdringung von Lebens- und Kunstwelt liegt auch das emanzipatorische Potenzial von Ehgartners Kunst, mit der er sowohl an avantgardistische Traditionen wie auch postmoderne Strategien der Kunstproduktion anknüpft. Der Künstler eignet sich den öffentlichen Raum an, dem er sein Material entnimmt: im Zeichen von Rationalität und Effizienz designte Objekte, die aber immer in sich selbst auch das Potenzial einer alternativen Verwendung tragen. Deren Sichtbarmachung ermöglicht das Denken einer anderen Welt innerhalb der vorhandenen.

Text: Michael Wonnerth-Magnusson

Vernissage: Fr 2. Februar 2018 um 19:30 Uhr
Der Künstler ist anwesend
 S.I.X. Wohnzimmergalerie
Litzlberger Straße 30a  / 4863 Seewalchen
bis 17. März 2018 / Mo 14 -20-Uhr / od. Tel.: 0664/2432029
 
 
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