DISRUPTIVE ART

DISRUPTIVE ART

DIE DIGITALEN SEHFELDER DES HERMANN FUCHS

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Disruptive Art  ist Kunst, die kunstgeschichtlich noch nicht einzuordnen ist, die am Beginn einer neuen Kunstrichtung steht. Ein Beispiel dafür sind die Sehfelder von Hermann Fuchs, das sind digitale Arbeiten, die durch Verfremdung und Abstrahierung das Wesen eines Objektes herausschälen und somit neu interpretieren. In der KUNSTNOTIZEN – Radiosendung im Freien Radio Freistadt begeben wir uns immer wieder auf Spurensuche nach digitalen Elementen / Experimenten in der bildenden Kunst. Diese Spur 7 stellt seine Arbeiten vor.

Bereits in den Zeiten, in denen er sich mit der analogen Fotografie beschäftigt hat, wollte Hermann Fuchs den gesamten Bildwerdungsprozess selbst gestalten, nicht einfach nur festhalten, was gegeben ist. Durch Eingriffe in der Dunkelkammer suchte er Veränderungen, die Emotionen wecken und einen Reflexionsprozess auslösen. Gleiches suchte er in der aufkommenden Digitalfotografie und fand die dafür idealen Werkzeuge bei Adobe Photoshop.

Hermann-Fuchs_digital-ART_00379_disruptive artHermann Fuchs will mit seinen Arbeiten zeigen, dass sich hinter der rein äußerlichen Fassade mehrere Sehfelder verbergen. Durch Verfremdung lässt sich das Wesen eines Dinges herausschälen, abstrahieren. Das führt oft zu erstaunlichen Ergebnissen: es finden Bedeutungsverschiebungen statt, andere Dinge erscheinen, das ursprüngliche Objekt verschwindet oft gänzlich. Da wir  in unserer digitalen Zeit daran gewöhnt sind, die Realität abzubilden, lösen diese Verfremdungen und Abstrahierungen beim Betrachter immer wieder die Frage nach dem Ausgangsbild aus und führt so zu einer Auseinandersetzung mit dem Bild. Hat einst die Fotografie der Malerei den Rang der Realitätsdarstellung abgerungen, die Malerei darauf mit Abstrahierung reagiert, antwortet heute die digitale Kunst ihrerseits mit Abstraktion.

Als Ausgangsbild für seine Arbeiten dienen Hermann Fuchs eigene Fotografien. Zum Teil suchte er gezielt nach bestimmten Objekten, genauso häufig findet er aufgrund seiner langjährigen Erfahrung Taugliches auf seinen Fotosafaris. Das können bestimmte Farben oder Strukturen sein. Dabei sind ihm Schärfe und Kontrast am wichtigsten. Alles andere lässt sich mit den digitalen Werkzeugen erledigen, dazu zählen auch Ausschnitte und Perspektiven.

In jahrelanger Erfahrung erlangte er eine gewisse Leichtigkeit und Lockerheit im Umgang mit den digitalen Werkzeugen, so dass nicht das Programm bestimmt, was zu geschehen hat, sondern sich ein Dialog zwischen eigener Kreativität und dem Bild entsteht, was erst qualitatives Arbeiten ermöglicht.

Da es sich bei den Sehfeldern des Hermann Fuchs um disruptive Art handelt, also noch keine ausreichend etablierte Kunstrichtung, war bisher eine Aufmerksamkeit des Marktes zu erlangen etwas schwierig. Gut Ding braucht Weile. Nach einigen nationalen Ausstellungen z.B. in Linz, Salzburg, Braunau, wurde nun ein Hamburger Galerieunternehmen auf ihn aufmerksam. Nach Abtesten seiner Arbeiten in der westlichen und fernöstlichen Kunstwelt, werden seine Arbeiten demnächst auf der ART Shanghai und in Peking zu sehen sein, da hier der Kunstmarkt für digitale Arbeiten bereits im Laufen ist. KUNSTNOTIZEN gratulieren und wünschen viel Erfolg.

Hermann Fuchs ist gemeinsam mit Antonia Zimmermann und Burkhard Zimmermann Mitglied der Gruppe diART – ART digital, die sich per Manifest der digitalen Umwandlung von digitalen Vorlagen, mit ausschließlich digitalen Werkzeugen verschrieben hat.

Text. Antonia Zimmermann

 

Hermann Fuchs im Freien Radio Freistadt 201706
KUNSTNOTIZEN – Radiosendung
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