BRUNNENSKULPTUR / WASSER + STAHL + STEIN

Brunnenskulptur_AloisLindenbauer_webAus Wasser, Stahl und Stein baute der international tätige Bildhauer Alois Lindenbauer eine Brunnenskulptur für Weyer im Ennstal. Dabei stellt er durchdacht, behutsam und gekonnt mit allen drei Elementen den Bezug zur Umgebung her. Zusammen bilden sie dennoch eine Einheit.

Weyer ist eine Gegend mit vielen Quellen. Im Zuge der Sanierung der örtlichen Wasserleitungen wollte man dem kostbaren Wasser ein Denkmal setzen. Da Alois Lindenbauer auch wesentlich an der Auffindung von Quellen beteiligt war, hat er als Bildhauer die nötige Sensibilität für ein derartiges Projekt. Er wollte nicht einfach nur einen Brunnen schaffen, sondern eine  Brunnenskulptur, die alle Aspekte einer guten Wasserversorgung repräsentiert und deren wesentliche Elemente sichtbar macht.

Wasserrohre scheinen aus dem Untergrund, wo sie normalerweise verlaufen, herausgezogen zu sein und die umgebenden Berge nachzubilden. An deren Gipfel, in nochmals erhöhter Position sprudelt das kostbare Wasser in gegengleichen Bögen in die Tiefe. Dort trifft es auf vier übergroße Tropfen aus poliertem Marmor, die die Bogenform nach unten abschließen. Dort, wo das Wasser auf die Bogenform auftrifft, spritzt es wiederum bogenförmig weg und reinigt zugleich den Stein, so dass sich keinen verschmutzenden Algen bilden können. Das Wasser macht die Maserung des Steins gut sichtbar und symbolisiert durch die Schichtungen und Einschlüsse die Entstehung der Gebirge. Letztlich sammelt sich das Wasser in einer Art Schale, um von dort wiederum nach oben gepumpt zu werden und von neuem wieder zu Tale zu stürzen.

Jeder Teil des Brunnens ist für sich eine Skulptur. Das bogenförmig sprudelnde Wasser an der Spitze fasziniert durch seine Gleichmäßigkeit und den Kontrast zum Himmel. Die Rohrbögen könnten als Abstraktion der umgebenden Bergwelt auch für sich allein bestehen. Die leicht versetzten, jeweils 4Tonnen schweren Steintropfen überraschen bei einer Umrundung des Brunnens, weil je nach Standort  immer wieder einer verschwindet. Zudem übertönt beruhigendes Plätschern die Umweltgeräusche.

Alois Lindenberger ist nicht nur in örtlich-regionalen Bereichen aktiv und präsent, sondern auch in den Bundesländern, in Europa und in Fernost, wo es eine ausgeprägte Nature Art Szene/Bewegung gibt.  Beispielhaft sei hier die Werkreihe der „Wachsenden Boote“ erwähnt. Der „Prototyp“ steht vor der neuen Volksschule in Weyer, auf einer geländeprägenden eiszeitlichen Talterrasse. In der Folge entstandene, korrespondierende Boote zu Weyer gibt es in Südkorea, in Darmstadt, Ybbsitz und in Ungarn. Weitere Vernetzungen besonderer Kunstorte entstehen durch die Projektreihe der gefäßartigen Steine zum Thema „Nahrung Natur“ und die Verfügbarkeit von Nahrung für Körper und Geist. Dazu sind öffentliche Standorte in Seefeld, Pitztal/Mandarfen, Meran und temporär in Weyer und Athis del Òrne/Normandie zu nennen. Nahtlos schließt dieses Projekt an ein gerade einstweilen abgeschlossenes 3 Orte verbindendes, bundesländerübergreifendes Projekt „WEGE bewegen MENSCHEN“ an. Dabei geht es um Besonderheiten der Nationalpark – Gemeinde Weyer an der Enns, um die Naturparkgemeinde Hollenstein an der Ybbs und um das Bergsteigerdorf Lunz am See aus diversen Betrachtungswinkeln von Kunst, Wissenschaft/Geologie/Medizin/Botanik/Alpinexperten.

Text und Fotos: Antonia Zimmermann

Brunnenskulptur_AloisLindenbauer.Standbild001_webKUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM
von ALOIS LINDENBAUER
Weyer im Ennstal: Brunnenskulptur am Parkplatz / Altarbereich und Taufbereich in der Kirche / Objekte bei/in der Neuen Mittelschule, der HBLA, der Volksschule
Atelier: Dr. H. Sperlstrasse 37 / 3335 Weyer

 

 

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